Hévízheilbad anno

Das gegenwärtige Hévíz ist ein Badeort, der auch die kleinen Dörfer Hévízszentandrás und Egregy vereinigt. Hévízszentandrás wurde früher als Szent-András-Páh genannt. Der Name der Ortes Páh stammt aus dem ungarischen Wort „páhol“, das mit Handwerkszweig Gerber im Zusammenhang ist, einer der Schritte der Lederveredelung ist auch zurzeit auf Ungarisch als „páholás“ genannt. Im Hévíz-See wurden mehrere schwere Eisengewichte gefunden, die zur Spannung der im Wasser getauchten Lederstücke dienten. Der Name des Sees wird erstmals im Jahre 1328 als Locus vulgariter Hewyz dictus (im Volk Hewyz genannter Ort) urkundlich erwähnt.

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Der ungarische Landwirt, Graf György Festetics ließ das erste rechteckige aus zwei Gebäudeteilen bestehende Badegebäude 1795 am Ufer des Sees bauen. Die Nachricht über die positive Wirkung des Heilwassers erreichte im Jahre 1801 auch Wien, in einem Bericht von 1818 wurde bereits die Anwesenheit der weißen Teichrosen im See erwähnt, die 1898 mit weiteren Arten aus Indien ergänzt wurden. 1858 wurde mit der Baumpflanzung am Ufer des Sees, der Modernisierung der Badegebäude und dem Ausbau der Gasthäuser begonnen. Im Zentrum wurden die männlichen und weiblichen Spiegel-Bäder (mit Kabinen begrenztes Bad) ausgebaut, zu dieser Zeit nahmen viele Gäste den damals viel mehr breiten Auslass aus dem See in Hévíz zum Baden in Anspruch. Gleichzeitig mit dem ersten Badegebäude (1795) wurde das Gebäude gebaur, das auf Ungarisch „köpülöző ház” genannt und zur Heilung (zum Aderlass = „köpölyözés“) benutzt wurde. Solange sich nur Schilf- und Sumpfgebiete in der Umgebung des Sees in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befanden, wurde es in den 1850er Jahren begonnen, die wunderschönen Hotelgebäude zielbewusst zu bauen. Bereits 1870 befanden sich die Häuser Nr. 1-7 hier, unter denen das Siebte Haus das einzige zweistöckige Gebäude war. Es wurde auch eine römisch-katholische Kapelle (die später abgerissen wurde) gebaut, am Ende der 1900er Jahren wurden die Hotels, die Marktgebäude sowie der „Kursalon“ gebaut, wo Bälle, Konzerte veranstaltet wurden.
Seit 1905 unternimmt der Mieter, Vencel Reichl alle erforderlichen Anstrengungen, die Stadt Hévíz zu einer internationalen Badestadt zu entwickeln. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs konnte man eine attraktive Entwicklung erfahren, d.h. die Anzahl der Badegäste verdoppelte sich. Es wurden neue Badehäuser, erstklassige mit Kuppeln bedeckte Spiegel-Bäder mit Kabinen, Räume für Schlammpackung und ein Ruheraum errichtet, der durch eine überdachte Brücke mit dem eleganten westlichen Haupteingang verbunden wurde. 1911 wurde der Titel „Heilbad“ der Stadt verliehen.
1926 bekamen die Entwicklungen erneut Kraft. Es wurde das typische Badegebäude am Ufer des Sees gebaut, sowie 1932 wurde das Hauptgebäude mit Glasdach versehen, wodurch das Hauptgebäude völlig überdacht wurde. 1930 findet man hier bereits 7 Hotels, 11 Gaststätten und 40 Willen, die jährlich ankommende 16 Tausende Gäste wurden mit vielfältigem kulturellem Leben erwartet. In diesen glücklichen Friedenszeiten arbeitet Dr. Vilmos Schulhof als Chefarzt in Hévíz, der 1911 das die damaligen Anforderungen an die Bewegungstherapie (Gymnastik-, Elektrotherapie-Laboratorium, Röntgenanlage) erfüllende Zander- und Röntgen-Institut errichtete. Der damalige Chefarzt bemühte sich stets, die Medizin von Hévíz landesweit zu verbreiten. Heutzutage trägt die Promenade am Seebad seinen Namen. Dank der schwungvollen Entwicklung begann der Prozess in Hévíz, zum „Weltbad“ zu werden, das nicht nur von den ungarischen Bürgern, sondern von den Ausländern gern besucht wurde. Die Abteilungen und Preise des Seebades baten jedem Möglichkeit, entsprechend der eigenen Vermögenslage darunter zu wählen.
1948 wurden das früher im Eigentum der Festetics-Familie bestehende Seebad und die damit verbundenen Gebäude und die Grünanlage verstaatlicht, gleichzeitig begannen die staatlich geförderten Ferienprogramme. 1952 wurde das Staatliche Heilbad und Krankenhaus in Hévíz errichtet, das noch in diesem Jahr als Kurort von nationaler Bedeutung erklärt wurde.
1959 wurde mit einer neuen Epoche, mit dem neuen Direktor, Dr. Ottó Stecker begonnen. Der neue Direktor begann mit großer Entschlossenheit mit der Arbeit, er entschloss sich zur komplexen Renovierung des Heilbades und Krankenhauses. Die Pläne umfassten die Sanierung, den Abschuss der Erschließungsarbeiten, den Bau der neuen Bibliothek für Patienten, des Kaffehauses, der Winter-Restaurant, sowie eines Winterbades für 500 Personen.
Die Bau- und die Renovierungsarbeiten wurden mit dem Csányi-László-Haus und mit dem daran befindlichen Winterbad begonnen. Die Badegäste wurden mit zwei Beckenbädern nach Abschluss der Arbeiten erwartet, die mit dem winterlichen Baden zusammenhängenden Problemen aber nicht restlos gelöst wurden. Es wurde mit dem Umbau der Poliklinik begonnen sowie die seit langem erforderliche Dampfwäscherei wurde in Betrieb genommen. Im Frühling 1961 wurde die Renovierung des Gebäudes A (Ella-Villa) abgeschlossen, im Gebäude wurde die mit 34 Krankenbetten versehene Hotel-Krankenabteilung mit zentraler Heizung geöffnet, die für medizinische Versorgung von den ausländischen Patienen geplant wurde. Im Gebäude wurde die für die Zeit sehr modern ausgerüstete Röntgenabteilung sowie die erste in Ungarn Unterwassermassage (Tangentor) errichtet.
1964 wurden die Renovierungsarbeiten des Restaurants für bis zu 150 Personen und der Küche abgeschlossen, der bedeutende Teil der Innenausstattung des Krankenhauses wurde ausgetauscht, sowie es wurde die erste in Ungarn 48-Betten-Abteilung für Rehabilitation der Patienten mit Bewegungsstörungen errichtet, um die schwer körperbehinderten Menschen bei Gewöhnung ans selbständige Leben Hilfe zu leisten.
Die beruflichen Weiterbildungen und Forschungsarbeiten gehören ebenso zu Alltagen der Ärzte, wodurch Hévíz eines der wichtigsten Zentren der balneologischen und rheumatoligischen Forschungen in Ungarn wurde.
Einer der seit langen erwünschten Pläne des Staatlichen Heilbades und Krankenhauses in Hévíz war bereits damals, anstelle des kleinen veralteten vor dem Krieg im Csány-László-Haus gebauten Bades ein neues Winterbad zu errichten. Der Bau des neuen Winterbades war nicht nur wegen des steigenden Fremdenverkehrs, sondern wegen der Notwendigkeit der Einleitung und Verwendung der Methoden der neuen therapeutischen Methoden der entwickelnden Medizin erforderlich. 1968 wurden die Bauarbeiten des mit den modernsten balneologischen Einrichtungen versehenen Gebäudes abgeschlossen. Die Anstalt ermöglichte, neue Behandlungsmethoden, wie Kohlensäurebad, Wassermassage mit Strahl, Whirlpool, elektrisches Wannenbad einzuleiten. Landesweit wurde es bekannt, dass die Patienten in Hévíz mit komplexer Therapie behandelt werden.
In dieser Zeit begann der weltweit berühmte Rheumatologe aus Hévíz, Dr. Károly Moll d.Ä., Erfinder des Gewichtsbades seine Lebensbahn.
Der Fremdenverkehr erweiterte sich in den 70er Jahren weiter (teilweise dank der steigenden Anzahl der westlichen Gäste), deshalb wurde es erforderlich, den Anforderungen der hohen Qualität entsprechende weitere Hotels zu bauen und die Gebäude des Seebades umzubauen. Die früheren Gebäude mit Kuppel wurden ab 1977 allmählich durch Turngebäude mit Lärchenholzkonstruktion ersetzt. Der komplexe Umbau wurde 1985 abgeschlossen, die Gäste konnten aber nicht lange die neue Einrichtung genießen, da sie infolge eines Brandfalls am 03. März 1986 völlig ausgebrannt ist. Die Bauarbeiten der neuen Gebäude wurden 1989 endgültig abgeschlossen.
 

Traditionelle Kur in Hévíz

Über die positive Wirkung des schwefelhaltigen Wassers in Hévíz konnte man zuerst 1780 lesen. Zuerst wurde der Aderlass neben dem Baden als Behandlungsmethode verwendet. Eine Heilanstalt wurde erst 1907 in Hévíz errichtet. Der erste berühmte Arzt von Hévíz war Vilmos Schulhof, der bei der Rehabilitation der Patienten mit Bewegungsstörungen neben der Badekur auch die Elektrotherapie verwendete und das Röntgengerät benutzte. Die Medizin in Hévíz kam ab 1950er Jahren dank der Tätigkeit von Dr. Károly Moll d.Ä, in neuen Schwung, 1968 wurden aber in der Stadt mit den Bauarbeiten des am besten ausgerüsteten balneotherapeutischen Badegebäudes in Ungarn abgeschlossen.
Anschließend wurden die Dienstleistungen mit einem breiten Spektrum der Behandlungen erweitert, die grundlegenden traditionellen Kuren in Hévíz sind die folgenden nach wie vor: Heilwasserbad, Heilschlammpackung oder Schlammbad sowie das Gewichtsbad von Károly Moll. Diese Kuren werden ggf. mit Trinkkur, Heilmassage, Bewegungs-, Physiko- oder Hydrotherapie ergänzt.
 

Hévízheilbad zurzeit

Der Hévíz-See ist der größte biologisch aktiv, natürliche Thermalsee in der Welt, der im ganzen Jahr das Erlebnis des Badens im Freien bieten kann. Die Wasseroberfläche beträgt 46.350 m2, die Temperatur beträgt sommers sogar 38 °C, sinkt aber winters nicht unter 22 °C. Das Wasser bricht in den Quellen auf, die sich im Boden des Sees, in der Tiefe von 38,5 m befinden, dank der Durchflussmenge wird das Wasser alle dreieinhalb Tage gewechselt. Der Boden, der einzigartig an Heilressourcen reich ist, ist mit einer 7 m dicken Torfschicht / Heilschlammschicht bedeckt.
Die Grundlagen der Badekultur in Hévíz wurden von den Römern gelegt, die ersten bedeutenden Entwicklungen des Bades sind mit der Festetics-Familie verbunden.
Die besondere Kraft des Hévíz-Sees, die Gesundheit zu erhalten, steckt darin, dass der See dank seines Mineralgehaltes in der Lage ist, nicht nur die rheumatischen Erkrankungen und Bewegungsstörungen, sondern andere Beschwerden ebenso professionell zu behandeln, aber die Kuren zurzeit mit zahlreichen Wellness-Dienstleistungen ergänzt werden.

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